Gibt es einen Unterschied zwischen Arbeitsrechtsschutz und Berufsrechtsschutz?

Der Arbeitsrechtsschutz ist ein Bestandteil des Berufsrechtsschutzes. Dieser wird in Kombination mit einer Privatrechtsschutzversicherung vertrieben. Manche Gesellschaften bieten sogar lediglich ein Paket inklusive Verkehrsrechtsschutz an. Da die preislichen Unterschiede oft immens sind, lohnt sich ein Vergleich von mehreren Anbietern. Bei unserem Onlinevergleich der Testsieger stellen wir über 60 Arbeitsrechtsschutzversicherungen gegenüber.  Um zur Vergleichsdarstellung zu gelangen, klicken Sie auf den Button “Jetzt Arbeitsrechtsschutzversicherungen vergleichen”. In der dann erscheinenden Eingabemaske lediglich noch den Absicherungsumfang und alle relevanten Daten eingeben und schon finden Sie die passenden Tarife aufgelistet.

Dipl.-Vw. Lars Weiland

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Verfahren kosten Geld

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Professor Willi Geiger schrieb 1982 über das deutsche Rechtsystem: „In Deutschland kann man, statt einen Prozess zu führen, ebenso gut würfeln.“ Ganz so furchtbar ist die Rechtslage in einem Gericht hierzulande bestimmt nicht, dennoch ist es schwierig genug, das eigene Recht auch erfolgreich durchzusetzen. Ungeachtet dieser Tatsache scheuen viele Bürger ein Verfahren zur Durchsetzung ihrer Ansprüche, da ein solches Unterfangen mit erheblichen Kosten verbunden ist. Der sogenannte „Streitwert“ regelt die Höhe der Gebühren. In einem Arbeitsgerichtsverfahren um ein Arbeitszeugnis wird der Streitwert beispielsweise mit drei Brutto-Monatsgehältern festgelegt. Kosten für Gutachter oder Zeugen verteuern einen Prozess zusätzlich. So bieten fast alle Versicherungsgesellschaften ihren Kunden Versicherungen an, die zum Beispiel den Privat-, Verkehrs- und Arbeitsrechtsschutz enthalten, um die Kosten für ein solches Verfahren aufzufangen.

Arbeitsrechtsschutz und Berufsrechtsschutz – der Unterschied

In der Tarifbezeichnung der Rechtsschutzversicherungen wird nicht die Bezeichnung Arbeitsrechtsschutz, sondern Berufsrechtsschutz verwendet, folglich muss ein Unterschied existieren. Das Tarifmerkmal Arbeitsrechtschutz/ Berufsrechtsschutz sichert den angestellten Versicherungsnehmer bis zu seinem Ruhestand ab, seine Rechte während seines Arbeitslebens durchzusetzen. Der Unterschied bei Arbeitsrechtsschutz und Berufsrechtsschutz liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Sparte. Während der Arbeitsrechtsschutz alle Situationen, die das Verhältnis Arbeitnehmer zu Arbeitgeber betreffen, regelt, kümmert sich der Berufsrechtsschutz als übergeordnete Kategorie um alle anderen Fragen des Arbeitslebens, wie die nachfolgenden Leistungsbeispiele zeigen.


Die Arbeitsrechtsschutzversicherung leistet bei Verfahrung aufgrund:


  • Ungerechtfertigter Abmahnung oder Kündigungsschutzklagen sowie Abfindungen

  • Versetzung innerhalb eines Unternehmens, beispielsweise vom Außen- in den Innendienst, zu reduzierten Bezügen.

  • Ausbleibende Lohn-, Urlaubs- oder Weihnachtsgeldzahlungen

  • Fragen rund um das Arbeitszeugnis oder anderen Arbeitspapieren

  • Mutter- oder Jugendschutz

  • Eigenschaft als Arbeitgeber für Haushaltshilfen oder Hilfen im Pflegebereich


Die Berufsrechtsschutzversicherung deckt weitergehende Risiken ab, zum Beispiel:

  • Auseinandersetzungen mit dem Rentenversicherungsträger bei Fragen der Erwerbsunfähigkeits- oder Altersrente

  • Streitigkeiten mit der Arbeitsagentur

Abschluss von Verträgen nur in Kombination möglich

Auch für den Einschluss der Tarifmerkmale in den Vertrag gilt: Arbeitsrechtsschutz und Berufsrechtsschutz, der Unterschied ist elementar. Die Berufsrechtsschutzversicherung – und somit auch die Arbeitsrechtsschutzversicherung als Unterkategorie – kann nur als Tarifbestandteil neben der Privatrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden. Dies hat den Hintergrund, dass oftmals private Ursachen Probleme im beruflichen Umfeld bedingen. Beide Bereiche sind demnach oft nicht zu trennen. Die Versicherung für Arbeits Rechtsschutz kann allerdings explizit aus dem Teilbereich der Berufsrechtsschutzversicherung ausgeschlossen werden. Diese Konstellation trifft man zum Beispiel bei Rechtsschutzversicherungsangeboten, die über Gewerkschaften vertrieben werden. Der Unterschied zwischen Berufs und Arbeitsrechtsschutz ist hier, dass die Berufsrechtsschutzversicherung zwar enthalten ist, die Arbeitsrechtsschutzversicherung aber nicht, da diese Leistung für Mitglieder der Gewerkschaft kostenfrei angeboten wird.


Für beide Versicherungsarten gilt eines gemeinsam: Es wird eine Wartezeit bei Abschluss des Vertrages von in der Regel drei Monaten vereinbart. Ausnahmen hiervon, zum Beispiel bei einem Versicherungswechsel oder aus Kulanzgründen, sind äußerst selten.

Autor: Dipl.-Vw. Lars Weiland - Google+